choose your language
deutsch english american
european-beech.com - Europische Buche

Holz

Die Ökobilanz eines Rohstoffs!

Rohstoff Holz

Wo ist eigentlich überall Holz drin?

Zertifizierungen

Herkunftsnachweis PEFC und FSC?

Europäische Buche

Ein einzigartiger Laubbaum.

Die Buche

Gewinnerin naturnaher Waldbewirtschaftung

Das lang anhaltende Wachstum und die Schattentoleranz machen die Buche zu einer
sehr konkurrenzstarken Baumart.

Ökologie - Die Buche

Waldbauliche Bedeutung der Buche

Die Buche ist forstbotanisch als Schattbaumart bekannt - eine Baumart, die auch bei deutlich reduziertem Tageslicht gedeihen kann. Neben der Buche sind Weißtanne und Eibe typische mitteleuropäische Schattbaumarten, die von der Jugend bis ins höhere Alter mit wenig Licht auskommen.
Im Gegensatz zu den Lichtbaumarten (Eiche, Kiefer, Pappel, Weide etc.) sind Schattbaumarten durch ihr langsames Wachstum in der Jugend gekennzeichnet. Die Buche weist dafür jedoch bis ins hohe Alter gute Zuwachsleistungen auf. Dieses lang anhaltende Wachstum und die Schattentoleranz machen sie
zu einer sehr konkurrenzstarken Baumart.

Junge Buchen können den Waldbestand unter dem Schirm älterer Bäume sehr gut auf natürliche Weise verjüngen. Die Buche gilt allgemein als die wichtigste Naturverjüngungsbaumart in Mitteleuropa. Im Schatten der Altbäume keimen die Samen und junge Buchenpflanzen bilden häufig ganze Teppiche über dem Waldboden.
Die Naturverjüngung ermöglicht dem Forstmann, den Generationswechsel in Buchenbeständen mit relativ geringem Aufwand einzuleiten. Generell sollte die Naturverjüngung gegenüber der Pflanzung Priorität haben,
da sie natürliche Entwicklungsprozesse und örtlich bewährte Herkünfte nutzt sowie deutlich kostengünstiger
als Saat oder Pflanzung ist.

In reinen Nadelholzbeständen ist die Pflanzung von Buchen unter einem Altholzschirm eine bewährte Methode
um diese langfristig in Mischbestände zu überführen. Diese so genannten Buchenvoranbauten müssen häufig wegen überhöhter Wildbestände eingezäunt werden.

Auf Freiflächen hingegen bildet die Pflanzung von Buche aufgrund der Empfindlichkeit gegenüber direkter starker Sonneneinstrahlung und Spätfrösten eher eine Ausnahme.

Die Buche bildet typischerweise ein Herzwurzelsystem mit einer ausgesprochen hohen Feinwurzeldichte aus. Durch die intensive Durchwurzelung des Waldbodens, trägt die Buche maßgeblich zum Bodenschutz bei (Stabilisierung des Waldbodens). Sie sorgt für eine steigende Wasserhaltefähigkeit des Waldbodens und verhindert somit den Abtrag des Waldbodens (Erosion) durch schnell abfließendes Oberflächenwasser.

Buche - Gewinnerin naturnaher Waldbewirtschaftung

Während der letzten 200 Jahre wurden Nadelbaumarten wie die Fichte und Kiefer wegen ihrer Anspruchslosigkeit und schnelleren Wachstums auf ursprünglichen Laub- und Laubmischwaldstandorten eingebracht.
Dem entsprechend sind heute erhebliche Waldflächen West- und Mitteleuropas von Nadelholzbeständen dominiert. Diese Wälder sind jedoch anfälliger gegenüber Schädlingsbefall (v.a. Borkenkäfer), Nassschnee, Sturm und Trockenheit.

Mit dem Übergang zu naturnahen Waldbaukonzepten in den letzten Jahrzehnten, kommt dem Waldumbau dieser reinen Nadelholzbestände in stabilere Mischwälder eine wichtige Bedeutung zu.

Die Buche spielt hier als Haupt- oder Mischbaumart eine zentrale Rolle. So konnte sich in den letzten 20 Jahren die Buchenwaldfläche in Deutschland um 150.000 Hektar* erhöhen (*Quelle: DFWR- Broschüre "Buchenwälder").

Ziel der heutigen Buchenbewirtschaftung ist es, stabile und strukturreiche Bestände zu erziehen die qualitativ hochwertiges Buchenstammholz liefern. Hochwertige Stämme sind vor allem durch starke Dimensionen sowie durch ausreichend lange, fehler- und astfreie Nutzlängen gekennzeichnet. Starke Stammdimensionen senken
die Holzerntekosten und erhöhen die Ausbeute bei der Weiterverarbeitung der Stämme.

Angestrebt wird eine Einzelstamm- und gruppenweise Nutzung der erntereifen Bäume (sog. Zielstärkennutzung). Über die gesamte Fläche werden somit kleinflächige Lücken im Kronendach geschaffen, die Buchen aus dem Zwischen- und Unterstand, aber auch anderen Baumarten mit höherem Lichtbedürfnis, Wachstumsnischen eröffnen. Mit dieser nachhaltigen Bewirtschaftungsweise wird erreicht, dass Vitalität, Artenvielfalt und Produktivität des Waldbestandes auch für die Zukunft erhalten bleiben.

Weiterhin soll bei der Bewirtschaftung von Buchenbeständen darauf geachtet werden, dass eine bestimmte Zahl an Bäumen die natürliche Zerfallsphase erreicht. Das können z.B. alte Bäume mit geringer Holzqualität sein, deren Erntekosten den Verkaufserlös übersteigen würden. Dieses Totholz ist eine wichtige Lebensgrundlage
für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.

Verbreitung und Standort der Buche

Das heutige Verbreitungsgebiet der Buche reicht vom südlichen Teil Skandinaviens bis nach Sizilien bzw.
von der französischen Atlantikküste bis zur Weichselniederung in Polen. Buchenwälder wären von Natur aus in Mitteleuropa einschließlich der Karpaten, in weiten Teilen Westeuropas sowie in den Gebirgen Südeuropas
die am weitesten verbreitete Vegetation.
Die Buche ist im Norden und Osten Europas eine Art der Ebenen, der Hügel- und niederen Bergländer,
im Süden und Südosten dagegen der höheren Berglagen (bis an die Waldgrenze) wie z.B. in den Karpaten,
dem Dinarischen Gebirge und in Süditalien). Sie wird in Südosteuropa und Kleinasien von der Orientbuche (Fagus orientalis) abgelöst.

Europakarte - Verbreitungsgebiete - Buche

Buche in Zeiten des Klimawandels

Aufgrund der Anpassungsfähigkeit und der großen ökologischen Amplitude der Buche sind Fachleute der Meinung, dass naturnahe Buchen- und Buchenmischwälder auch für Änderungen klimatischer Bedingungen
wie Temperatur, Niederschlagsmenge und -verteilung gut gerüstet sind. In höheren Gebirgslagen werden Arealzugewinne für die Buche prognostiziert. Was bedeutet, dass sie in Gebieten angebaut werden kann die bisher hauptsächlich für Nadelbaumarten geeignet waren.

Es wird angenommen, dass die Buche in Mitteleuropa künftig auf Grenzstandorten mit Sommertrockenheit Arealverluste hinnehmen muss. Auf solchen Standorten könnten neben anderen Laubbaumarten dann jedoch
die südosteuropäischen Ökotypen der Buche interessant werden.

Klima- und Standortansprüche der Buche:

  • Buche hat eine große Spannweite in ihren klimatischen Ansprüchen.
  • Buche fehlt nur in Gebieten mit langen strengen Wintern und ausgeprägten sommerlichen Trockenzeiten.
  • Buche ist eine Baumart des atlantischen und subkontinentalen Klimas.
  • Buche hat eine hohe Schattenverträglichkeit.
  • Buche benötigt ausreichend feuchtes, wintermildes Klima (Minimum 500-600 mm/Jahr).
  • Buche ist weitgehend unabhängig vom geologischen Untergrund, Säuregrad und Humuszustand des Bodens.
  • Buche hat ihre Verbreitungsschwerpunkt jedoch in Kalkgebieten.
  • Buche bevorzugt (mittel- tiefgründige, frische,) kalk- und nährstoffreiche Böden, lockere Lehmböden (Braunerden).
  • Buche meidet arme, sehr sauere und sehr trockene und flachgründige Standorte
  • Buche ist nicht in Auwaldgebieten und Hochwasser gefährdetem Umland zu finden (empfindlich gegenüber Wechselfeuchte und Staunässe).
  • Buche hat eine gute Windverträglichkeit.