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european-beech.com - Europische Buche

Physikalische Eigenschaften der Buche

Buche - "Fagus sylvatica"

Buche - Physikalische Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Rotbuche, Buche, gemeine Buche

Vorkommen der Buche

West,- Mittel- und Südeuropa, Nordspanien, Südostengland, Dänemark, Südschweden, Westpolen.
In den Gebirgen Rumäniens, der Balkanhalbinsel, Italiens und Korsikas.

Verbreitungsgebiete In Europa etwa 10% der Gesamtwaldfläche; entspricht etwa 17 Mio ha Buchenwälder
Deutschland, Frankreich, Schweiz 10...20% anteilig, Balkanhalbinsel 35-40%; Schattenbaumart
Bodenbeschaffenheit Bevorzugt lockere, mineralreiche und gut mit Wasser versorgte Böden, empfindlich gegenüber niedrigen Temperaturen und Spätfrösten, im Harz und Thüringer Wald bis zu 750 m waldbildend, im Erzgebirge bis zu 850 m reine Bestände bildend, im Bayrischen Wald bis zu 1200 m, im Schwarzwald bis 1400 m, in den Vogesen im Bestand bis zu 1300 m, in den Tiroler Alpen bis zu 1540 m, im Tessin bis zu 1850 m,
in den Apeninnen bis zu 1837 m, in Bosnien bis zu 1600 m über NN.

Allgemeine Merkmale der Buche

Baumhöhe bis zu 30 m, gelegentlich 35...40 m
Stammlänge 15...20 m
Stamm-MD 0,3...0,9...1,0 (1,5 m)
Stammform zylindrisch, gerade
Rinde In der Jugend glatt, dünn, graugrün mit hellem Schimmer, im Alter silbergrau, besonders auf Kalkböden, gelegentlich im unteren Bereich leicht borkig; Anteil 7,4%; Dichte etwa 579 kg/m³
Holzfarbe Gelbrötlich bis rötlichbraun (wenn gedämpft), Falschkern rot bis rotbraun, wolkig oder zackig abgestuft = fakultativer Farbkern
Textur schlicht, leicht gefladert (T), leicht gestreift (R), seltener pommelé (T), feinnadelrissig
Geruch nicht auffallend

Makroskopische Strukturmerkmale der Buche

  • Jahresringgrenze und Holzstrahlen ohne optische Hilfsmittel erkennbar
  • Gefäße nur mit Lupe auszumachen
Gefäße:  
Anordnung Zerstreut; einzeln und in Gruppen, an Zahl und Größe zum Spätholz hin abnehmend.
Durchmesser 8...45...85 µm
Dichte 80 bis 125 bis 160 auf 1 mm² Q
Anteil 24,6...39,5...52,5%
Inhalt Thyllen und Kernstoffe nur im Rotkern
   
Längsparenchym:  
Anordnung apotracheal-zerstreut
Anteil 3,5...5,2...7,0%
   
Holzstrahlen:  
Anordnung - Unregelmäßig, in zwei verschiedenen Größen, sehr breit und sehr schmal, im Tangentialschnitt als dunkle Striche, Holz rötlichbraun, Falschkern rotbraun
- die größeren in regelmäßigen Abständen von 0,5 mm bis 1,0 mm, an der Jahrringgrenze sich verbreiternd (Q)
Zusammensetzung Homogen, in zwei verschiedenen Größen, kleinere einschichtig und große bis zu 25-schichtig, an der Jahresringgrenze sich verbreiternd, Gefäßtüpfelung opponierend und auch leiterförmig, Längsparenchym zwischen den Fasern verstreut.
Höhe große H ... 4000 µm; kleine H 60 ... 1000 µm; 15 bis 100 Zellen
Breite große H 30 ... 200 µm; 2 ... 25 Zellen; kleine H 20 ... 60 µm; einschichtig (1 Zelle)
Dichte große H 2 bis 3 bis 5 auf 1 mm T; kleine H 3 bis 6 bis 9 auf 1 mm T
Anteil 11,2...15,7...21,2 %
   
Fasern  
Anordnung Unregelmäßig
Typ Überwiegend Libriformfasern, geringer Anteil Fasertracheiden, vereinzelt Gefäßtracheiden (Anteil 0,4% bis 1,2%).
Wanddicke (2W) 3,6...7,5...10,3 µm
Lumen (L) 3,5...7,1...11,2 µm
Wandigkeit (2 W:L) 1
Länge 600 ... 1300 µm
Anteil 25,2...39,6...57,2%
Faserverlauf Gerade, oft drehwüchsig, selten tangential und radial gewellt
Besonderheiten Baum mit hellem Kernholz (Reifholzbaum); Frühholzgefäße einfache, Spätholzgefäße leiterförmige Enddurchbrechungen mit bis zu 20 Sprossen

Physikalische Eigenschaften der Buche

Darrdichte 490...680...880 kg/m³
Rohdichte (12-15%) 540...720...910 kg/m³
Rohdichte (grün) 820...1070...1270 kg/m³
Porenanteil c etwa 55%
Schwindsatz längs: 0,3%
radial: etwa 5,8%
tangential: etwa 11,8%
Volumen 14,0...17,9...21,0
bei 1% Feuchteabnahmen: 0,46 ... 0,60% Volumen
Sonstiges Wärmeleitzahl: 0,16 W/(m*K)

Mechanische Eigenschaften der Buche

Druckfestigkeit 41...62...99 N/mm²
Biegefestigkeit 74...123...210 N/mm²
Zugfestigkeit
(parallel zur Faser)
57...135...180 N/mm²
Zugfestigkeit
(senkrecht zur Faser)
7,0...10,7 N/mm²
Scherfestigkeit 6,5...8,0... 19,0 N/mm²
Schlagzähigkeit 3 ... 10 ... 19 J/cm²
Härte (HB II) etwa 72 N/mm²
Härte (HB) etwa 34 N/mm²
E-Modul 10000...16000...18000 N/mm²
Drehfestigkeit 15...19 N/mm²
Spaltfestigkeit 0,4...0,5 N/mm²
Abnutzung Eiche : Rotbuche = 1,56 : 1,0

Chemische Eigenschaften der Buche

Benzol-Alkohol-Auszug 1,5...1,9%
Wasserlöslichkeit etwa 1,9%
Lignin 11,6...22,7%
Gesamtzucker 75,7...85,0%
Zellulose 33,7...46,4%
Pentosane 17,8...25,5%
Acetylgruppen 6,0...7,1%
Asche 0,3...1,2%
pH - Wert 5,1...5,4
Zellstoffausbeute etwa 38,5 %
Methoxyl 5,1 ... 6,8 %

Bearbeitung der Buche

Mechanisch Gut zu sägen, hobeln, drechseln, biegen, schnitzen; optimale Schnittgeschwindigkeit 30 m/s, messer- und schälbar.
Trocknung Gut; erfordert aber ein technisch sorgfältiges und schonendes Verfahren
Verklebung gut, ohne Schwierigkeiten
Oberflächenbehandlung gut, beiz- und lackierbar
Sonstiges Gut zu dämpfen; Rotkern nicht imprägnierbar

Dauerhaftigkeit der Buche

Gering (Außenbereich); pilz- und insektenanfällig; nicht witterungsfest; im Außenbereich sorgfältig schützen

Holzschädlinge

Pilze Nectria-, Polyporus-, Trametes - Arten u.a.
Insekten Xestobium rufovillosum De Geer, Agrilus viridis L., Callidium testaceum L., Cerambyx scopolii Laich., Plagionotus arcuatus L., Saperda scalaris L., Xyleborus spp., Xyloterus domesticus L., Hylecoetus dermestoides L., Platypus cylindrus F., Cossus cossus L., Zeuzera pyrina L.

Verwendung der Buche

  • Furnierholz (überwiegend als Schälholz für Sperrplatten, Verbundplatten, Presslagenholz usw.)
  • Ausstattungsholz für Möbel (Büromöbel, Schulmöbel, Stilmöbel, Kinderzimmermöbel,
    u.a. Stühle, Tische, Gestelle)
  • Vertäfelung und Parkett, Konstruktionsholz für mittlere Beanspruchung im Fahrzeug- und Maschinenbau, im Tief-, Wasser- und Hochbau
  • Spezialholz für Span- und Faserplatten, Zellstoff und Papier, Pressholz, Sportgeräte, Fässer, Kisten, Werkbänke, Werkzeuggriffe Haushaltsgeräte, Schuhteile, Holzwolle, Spielwaren, Schwellen,
    zum Drechseln für Treppen, Holzpflaster, Musikinstrumententeile.
  • Zur Gewinnung von Holzessig, Holzkohle und Teeröl.
  • Ausgezeichnetes Biegeholz.
  • Etwa 250 Verwendungsbereiche sind bekannt.

Handel

  • Rundholz: BL 3,0...18,0 m; BMD 0,2...0,4...1,0 m
  • Schichtholz, Schnittholz (gedämpft, ungedämpft), Rohfriesen, Furniere

Hinweise

  • Bei Rundholzaushaltung: große Stammlängen ausformen.
  • Rundholz und Schnittwaren vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.
  • Holzschutzmaßnahmen ständig überwachen.
  • Schnittware sofort nach Einschnitt säubern und mit dünnen Stapellatten stapeln.
  • Anfangstemperatur bei technischer Trocknung 50...60 °C.
  • Nicht einsetzbar für zementgebundene Holzwerkstoffe.
  • Beizbar auf Kirschbaum, Mahagoni und andere Holzarten.
  • Grobborkige Stämme können in den Außenschichten radial und tangential gewellt sein.
  • Zurichtungsmethoden für Messerbohlen: Halbierung, Hochkant, Viertelung.
  • Biegeholzqualität: frisches kernfreies, geradfaseriges Rundholz.
  • Höchstalter: 250-300 Jahre
  • Hiebsalter: 100-140 Jahre
  • Rotkernbildung ab etwa 80 Jahren einsetzend.
  • Etwa 13 Fagus-Arten sind bekannt.

Mit freundlicher Genehmigung der Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG.
Auszug aus dem „Holzatlas″ von Rudi Wagenführ. Die 6. Auflage ist seit 2007 erhältlich.